Leistungsstarke Bodenverbesserung und Verdichtung im Kanalbau
Der eine wartet, dass die Zeit sich wandelt, der andere packt sie kräftig an - und handelt, so die Devise der innovativen Firma Reif GmbH & Co KG aus Rastatt.
In Baden-Baden wird derzeit von der Firma Reif das große Baugebiet „Cité Bereich Paris 1. BA“ erschlossen. Für die Entwässerung wird in offener Bauweise ein Trennsystem aus Stahlbetonrohren und Steinzeugrohren von DN 300 bis DN 1000 mit einer Länge auf cirka 2500 m in einer Grabentiefe bis 5,00 m erstellt. Auf Grund der geologischen Verhältnissen, der anstehende Boden ist zum großen Teil sehr ton-schluffig mit einem zu hohem Wassergehalt, wurde vom zuständigen Ingenieurbüro zum großen Teil ein Bodenaustausch mit Kiessand vorgesehen.
Um die Kosten zu reduzieren, hat die Firma Reif hierzu eine alternative Bauweise mit einer Bodenverbesserung entsprechend der ZTVE-StB 94/97 nach Maßnahme 11 (Bodenverbesserung mit Bindemitteln) angeboten. Nach eingehender Prüfung auf Gleichwertigkeit entsprechend der VOB § 25 Nr.5 wurde das Nebenangebot gewertet.
Nach eingehenden Untersuchungen und Erprobung unterschiedlichster Verfahren hat sich die Fa. Reif für ein komplettes Bodenaufbereitungs- und Verdichtungssystem der Firma MTS Gesellschaft für Maschinentechnik und Sonderbauten aus Hayingen entschieden.
Für die Bodenverbesserung wird hierzu für die Bindemittelausstreuung ein e.p.m-Bindemittelstreuer mit optischer Anzeige für die Bindemitteldosierung eingesetzt. Die Durchmischung des Bodenbindemittelgemisches erfolgt mit einem ALLU-Schaufelseparator SMH 4-17 mit einem Fassungsvolumen von 2,0 m3.
Die Bodenverbesserung erfolgt im Baumischverfahren (mixed in plant). Hierzu wird für die Rückverfüllung des Leitungsgrabens ein Kobelco-Bagger SK 235 eingesetzt. Dieser ist mit einem OilQuick-Schnellwechselsystem ausgerüstet, um die hydraulisch betrieben Anbaugeräte im Sekundetakt wechseln zu können ohne das der Maschinenführer hierfür die Fahrerkabine verlassen muss. Nach der Rohrverlegung wird das Bindemittel mit dem e.p.m-Streuer dosiert auf das Aushubmaterial ausgestreut. Um der Staubentwicklung entgegenzutreten, wird das staubreduzierende Mischbindemittel Dorosol PRO von Georoc eingesetzt. Anschließend wird mit dem ALLU-Schaufelseparator das Boden-Bindemittelgemisch aufgenommen und beim Mischen direkt in den Kanalgraben eingebracht.
Eingehende Verdichtungsprüfungen, ausgeführt durch den zuständigen Bauingenieur Herrn Forker von der Firma Reif, ergaben im eingebautem Zustand des Bodens und bei parallelen Prüffelder bei einer Bindemittelmenge von 1,5 % (Gew.%) sehr gute Ergebnisse. Es wurde ein Verformungsmodul Ev2 von über 80 MN/m2 erreicht. Untersuchungen mit einer Rammsondierung DPL ergaben Schlagzahlen von über 20/dm.
Die geniale Technologie des e.p.m-Systems wird zum Einen auf den Bodenaustausch verzichtet und zum Anderen die Produktivität wesentlich erhöht.
Ein weiterer Vorteil ist der Einsatz des MTS-Plattenverdichters, ein Anbauverdichter für Bagger. Dadurch kann die Verdichtungsleistung wesentlich erhöht werden, bei einer gleichzeitigen Reduzierung der Unfallgefahr, da kein Personal mehr den Graben betreten muss. Intensive Verdichtungsprüfungen haben ergeben, dass durch die enorme Schlagkraft und der intensiven Tiefenwirkung des MTS- Plattenverdichters mehr als doppelt so hohe Schüttlagen wie bei der Verwendung von herkömmlichen Grabenwalzen eingebaut werden können. Somit erzielt diese Kombination eine bis zu dreifache Verdichtungsleistung.
Die Anbau-Plattenverdichter von MTS, zwischenzeitlich Marktführer in diesem Segment, heben sich hervor durch eine durchdachte Geometrie und Anordnung der Metallgummipuffer sowie der ausgetüftelten Hydraulik, der einfachen Handhabung und der breiten Produktpalette.
Die Tagesleistung für die Bodenverbesserung, Einbau und Verdichtung des Bodens ist beachtlich und liegt im Durchschnitt über 200 m3 pro Tag, und dies mit nur einem Bagger und ohne weiteres Personal.
Damit wurde neben der Kostenreduzierung eine weitgehende Automatisierung der Kanalbaustelle erreicht und kann als Synergieeffekt das freigewordene Personal anderweitig sinnvoll einsetzen.
MTS Rainer Schrode

